Montag, 30. März 2009
Fika - ein schwedischer Volkssport den ich liebe!
in der letzten Woche hatte ich meinen ersten schwedischen check-in. Bei einem ist es nicht geblieben. Das geht ganz gut. Schwierig ist es die Namen zu verstehen und im Computer zu finden. Alle heißen Andersson und Lindström. (-;
Liebe Oma: Ja, ich werde im Hotel verpflegt. Das Essen schmeckt sehr gut. Oft kann man zwischen Fleisch (immer
Heute war ich in der Bibliothek und habe mir einen Ausweis machen lassen. Aber ein Buch habe ich mir noch nicht ausgeliehen, also kann ich noch keine Wertung dazu abgeben. Vor der Bibliothek steht eine Statue von einem Mädchen. Sie heißt Karin. Juliane hat mich in ihrem Blog auf sie aufmerksam gemacht. Irgendjemand kümmert sich nämlich um sie. Im Winter hatte sie einen Pullover und eine Mütze. Zum Frühlingsanfang hat sie Blumen bekommen die heute schon verwelkt waren. Außerdem hatte sie heute eine Botschaft. Siehe Foto. Ich werde euch auf dem Laufenden halten wie es Karin geht.
Letzte Woche war wirklich sehr anstrengend. Ich muss immer mehr sprechen und verstehen. Schwedisch sprechen fällt mir noch sehr schwer aber verstehen geht wirklich schon gut. Ich muss mich immer noch sehr konzentrieren und deshalb schaue ich den Leuten immer ganz intensiv ins Gesicht. Das irritiert sie manchmal, aber da müssen sie durch. Ich muss mich aber noch viel mehr überwinden zu sprechen. Ab dieser Woche habe ich ein Sprachtandem. Ein Mädchen dem ich mit deutsch helfe und sie mir mit schwedisch. Das habe ich in Berlin schon gemacht und was ich nur empfehlen kann.
Am Wochenende war Britta hier und wir haben einiges unternommen aber uns auch keinen Stress gemacht. Das war so schön. Als sie am Donnerstag in Gö
Freitag waren wir den Nachmittag einkaufen und dann im Café "Villekulla" (Villa Kunterbund). Hier gibt es das beste Kuchen
Größere KartenansichtEine Insel auf der immerhin 700 Menschen wohnen. Aber Menschen gab es sowieso fast nicht zu sehen. Wir sind einmal vom Norden der Insel zum Süden gelaufen und zurück. Dafür haben wir drei Stunden gebraucht. Zwischendurch sind wir über Felsen geklettert, was mir besser gefallen hat als Britta, haben Muscheln gesucht und die fabelhafte Aussicht genossen. Das ist nicht in Worte zu fassen, deshalb schaut euch meine Fotos an.
Abends waren wir dann nach langem hin und her zu einem Spieleabend eingeladen. Siedler von Catan auf schwedisch. Das war auch cool und hat uns die Gelassenheit von Schweden im Allgemeinen noch mal sehr gut vor Augen geführt. Wir haben eine Stunde darauf verwendet den Spielplan aufzubauen und jeder hat mindestens 3 min gebraucht bis der Würfel weiterlief. In Hektik vefällt hier niemand, deshalb bin ich auch hier. Und ich genieße das mal nicht so viel zu machen. Das liegt auch mit daran dass ich hier nicht im Friedrichshain wohne und noch nicht so viele Leute kenne.
Gestern ist Britta wieder nach hause geflogen und ich war abends noch zum Hallenfußball. Das war super und ich habe auch viele Tore geschossen. Allerdings hatte ich Schuhe ohne Socken an, so dass ich jetzt zwei fette Blasen unter den Füßen habe.
Jetzt noch etwas schwedische Lebenskultur.
Fika - wie wenig Zeit man auch hat, eine Fika geht immer. Lasst euch nicht von dem Wortlaut irritieren, hierbei geht es um Kaffetrinken. Aber Fika ist noch viel mehr. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man Schweden am besten bei einer Fika kennenlernt. Man setzt sich gemeinsam an einen Tisch und plötzlich sind sie ganz offen und neugierig. Mir das ein Phänomen - ein sehr schönes Phänomen. Für mich gibt es nichts schöneres am Nachmittag Kaffee zu trinken, Kekse zu essen und sich zu unterhalten. Dann bin ich glücklich. Das liebe ich.
Mittwoch, 25. März 2009
Våffeldagen
"In Schweden ist heute Waffeltag,Våffeldagen, und es werden vielerorts die Waffeleisen hervorgeholt. Ein Blick in einen deutschen Kalender zeigt, dass heute auch “Mariä Verkündigung” ist, und die Vermutung, dass es da einen Zusammenhang gibt, ist in der Tat richtig. Denn eine alte schwedische Bezeichnung für diesen Feiertag ist “Vårfrudagen”, was “Tag unserer Frau” bedeutet.
Ein schlichtes Missverständnis oder Verschleifung hat dann aus dem “Vårfrudagen” den “Våffeldagen” gemacht und man fing an, mehr Waffeln zu essen.
Das macht den 25. März, finde ich, zu einem schönen Beispiel, wie christliche Traditionen in Schweden ihren religiösen Charakter verlieren und in den Alltag übergehen, in dem Religion für die meisten Schweden eine sehr geringe Rolle spielt." (Zitat Ende - danke Fiket)
das ist doch mal ein lustiges Beispiel für die Veränderlichkeit der Sprache!
Freitag, 20. März 2009
Nummerlapp
das Wetter ist wirklich jättefint (sehr fein). Seit drei Tagen haben wir Sonnensch
Nun ist Freitag und das Ende der Arbeitswoche ist nah. An meinem ersten Wochenende habe ich frei - juchu! Allerdings heißt es heute nochmal ran - 15:00 bis 21:00!
Zum Feierabend kommt ein ehemaliger Kollege aus Berlin ins Hotel um mich abzuholen. Er ist anlässlich der Tur, einer Tourismus-Messe hier in Göteborg und war so freundlich etwas Gepäck von mir zu transportieren. Das werde ich ihm heute danken indem ich ihn zu einem Bier einlade. Das wird bestimmt nett. Außerdem will er mir seinen Ausweis für die Messe geben. So werde ich morgen mir das mal anschauen.
Gestern war ich in der Oper. Ja, ich war in der Oper. Wirklich nur um mal dort gewesen zu sein. Gegen mein Erwarten fand ich es echt klasse. Andere Leute mit denen ich da war, fanden es schlecht - ich nicht! Es war ein sehr modernes Ballet, das zweigeteilt war. Das erste Stück hieß "Herzschmerz" und war mit Musik von Zarah Leander und sollte wohl im Berlin der 30er Jahre spielen. Die Musik war deutsch. Das war zu schön. Das zweite Stück hieß "Black Biest" (Schwarzes Biest) und war wesentlich länger. Zuerst war uns nicht klar das es zweigeteilt ist. Also dachten wir nach 45 Minuten, nun ist es schon vorebei!? Es wurde applaudiert und der Vorhang ging runter. Dann fing erst das zweite Stück an.
Ich habe die Geschichte überhaupt nicht verstanden. Also habe ich mich ganz auf das künstlerische, die Musik die Bewegu
Anschließend waren wir noch ein Bier trinken. Ich habe ein Mädchen getroffen, bei deren Vater ich in der 5. und 6. Klasse Physik hatte. so ein slumpen (Zufall)! Und sie war auf derselben Schule. Jetzt wohnt sie in Göteborg eine Straße weiter.
Die Arbeit im Hotel macht immer mehr Spaß, weil ich immer mehr verstehe. Auch mit meinen schwedischen Kolleginnen verstehe ich mich sehr gut. Sie heißen alle entweder Maria oder Jenny. Total verrückt. Aber gut zu merken. An den Umgang mit den Gästen muss ich mich erst gewöhnen. An den ersten beiden Tagen dachte ich wirklich jeder Gast sei ein persönlicher Freund, weil er so herzlich begrüßt wurde. Es wird viel gelacht an der Rezeption und ich habe niemand stöhnen gehört ob dem Stress und der vielen Arbeit diese Woche. Die Gäste werden respektvoll behandelt. Viele Arbeiten kann ich inzwischen schon selbstständig erledigen, solange sie keine großen Schwedisch-Kenntnisse vorraussetzt. Aber ich bin nicht weit davon entfernt den ersten Gast auf schwedisch einzuchecken. Am Wochenende habe ich mir vorgenommen mich etwas intensiver mit der Grammatik auseinanderzusetzten. Und einen Mankell auf schwedisch habe ich auch im Bücherregal gefunden. So toll.
Mir ist etwas wirklich schlimmes passiert und es ist mir auch wirklich unangenehm.
Oma, alles gute nachträglich zu deinem 75. Dies ist nicht der herkömliche Weg aber ich habe ja eine fortschrittliche Oma, die sogar meinen Blog liest und darauf bin ich sehr stolz. (Ich melde mich, versprochen!)
Nun wieder etwas schwedischer Alltag. Ein Nummerlapp ist ein Zettel, eine Marke mit einer Nummer darauf. Wo man in Schweden auch ist, man muss ständig eine Nummer ziehen. Man kommt nicht daran vorbei. Was in Deutschland höchstens beim Einwohnermeldeamt üblich ist, dass benutzen die Schweden überall. Beim Bäcker, am Ticketschalter, in der Wechselstube und in der Apotheke. Hier herrscht Ordnung. Übringes das Foto haben wir im Januar gemacht und entspricht so nicht der Wahrheit.
Dienstag, 17. März 2009
Solen skiner genom fönstret - die Sonne scheint durch das Fenster (heute mittag)
heute nur ganz kurz, weil ich morgen schon wieder um 7:30 Uhr beginne und heute erst um 21:00 Uhr aufgehört habe. In Berlin hätten wir das einen kurzen Wechsel genannt, aber das würde ein Schwede niemals sagen. Der Schwede an sich nimmt das gelassen, so ich auch!
Ich poste nur um zu verkünden: Ich habe heute den ersten Gast auf schwedischem Boden selbst eingecheckt - jippi jippi yeah, jippi yeah!!!
Nein, es war kein Schwede. Er war Amerikaner! Trotzdem bin ich zu stolz.
Übrigens, ich zitiere meine Chefin: "Wer keine Kreditkarte hat - schläft auf der Straße!"
Ich hatte es schon mal erwähnt, in Schweden geht nichts ohne.
Hej så länge och god Natt
Montag, 16. März 2009
brukar och fika
heute war mein großer Auftritt. Mein erster Tag uff Arbeit. Gestern war ich wirklich sehr aufgeregt. Aber darauf gefreut habe ich mich auch - und das zurecht. Heute morgen um 7:30 began mein erster schwedischer Arbeitstag.Um nicht zu spät zu kommen bin ich eine halbe Stunde vorher losgefahren. Aber ich habe wirklich nur 5 Minuten gebraucht. Zu geil.
Meine neue Arbeitskleidung besteht aus einem beige Hemd, nicht cool und einem Jacket samt Hose - sehr cool. So etwas hatte ich während meiner ganzen Ausbildung nicht. Im Albrechtshof gab es nur eine Weste. Die Hose ist zu weit, deshalb wird sie nochmal geändert. Aber das Sakko passt. Auf allen Sachen steht Scandic. Jetzt habe ich mich richtig verkauft.
Meine Chefin hat sich heute ganz viel Zeit für mich genommen mir alles zu erklären. Weil mein schwedisch noch ausbaufähig ist, dauert es etwas länger. Das mache ich aber wieder gut mit meinen Fachkenntnissen. Mir war klar das sie dieselbe Software benutzen wie im Albrechtshof. Zu meinem Erstaunen ist es sogar dieselbe Version. Das wird mir also nicht schwer fallen. Besonders weil die Benutzerführung auf englisch ist. Das ist e
Schwieriger wird es mit den Besonderheiten in einer großen Hotelkette zu arbeiten. Insgesamt gibt es 151 Hotels. 2010 wird Scandic auch ein 572-Zimmer Hotel in Berlin am Potsdamer Platz eröffnen. Für alle die es noch nicht wissen. Ich werde der Direktor. (-;
Scandic hat ein Kundenkarten und Rabattsystem, ähnlich wie bei Flugmeilen. Je mehr Übernachtungen man in Scandic Hotels hat, desto mehr "poäng" bekommt man. Danach richtet sich der Status. Wenn man den Top floor Status erreicht hat, bekommt man Gutscheine für Obst und Wasser (ja, die Skandinavier sind sehr gesundheitsbewusst), Zeitungen und pro Tag einen Verzehrgutschein über 150 SEK, ca. 15 Euro. Praktisch jeder hat hier eine Scandic-Kundenkarte.
Gleich von Anfang an habe ich es heute nur auf schwedisch versucht. Wenn ich nichts verstehe lächele ich ganz charmant, darauf gibt es dann ein verständnisvolles Lächeln (von den Schwedinnen) zurück. Dann versuchen wir es nochmal. Irgendwann verstehe ich es dann.
Außerdem geben sie mir das Gefühl, sie würden mein schwedisch auch verstehen. (-; Das macht mir Mut und ich mache weiter obwohl das meiste wohl sehr falsch ist.
Was ich auf jeden Fall noch erwähnen will, bevor ich es vergesse weil es für mich normal werden wird. Der herzliche Umgang miteinander. Alle sprechen miteinander, umarmen sich als wäre es eine große Familie oder besser als wären alle Freunde. Ich spüre das ist nicht nur aufgesetzt. Alle arbeiten miteinander. Natürlich trägt die Tatsache, dass man sich dutzt ganz entscheidend dazu bei. Heute morgen hat mich ein junger Mann ganz herzlich im Scandic willkommen geheißen. Er hat sich mit Vornamen vorgestellt - ich also auch. Im nächsten Satz hat er erklärt, er sei der Direktor. Ups, aber so läuft das. Außerdem sind alle sehr interessiert an mir und an dem was ich mache. Besonders imponiert hat mir ihre Arbeitsweise. Obwohl es manchmal etwas hektisch wurde und viele Sachen auf einmal erledigt werden mussten war niemand hektisch. Auch die Gäste schienen es überhaupt nicht eilig zu haben. Vielmehr hatten sie alle Zeit der Welt und blieben auf einen Plausch an der Rezeption. Ich hoffe deswegen bin ich hier und ich kann diese Ruhe auf mich übertragen. Das wäre schön.
Wer von euch mal in Göteborg ist, dem empfehle ich das Scandic Rubinen. Wirklich toll gelegen, mitten in der Stadt. Jedes Zimmer hat einen eigenen Namen. Wenn ich es richtig verstanden habe, ist Ruby (deswegen Rubinen), die Schutzpatronin. Sie hat eine Passion, die Farbe rot. Also sind alle Zimmer nach roten Dingen benannt. Angefangen bei Speisen über Autos oder das berühmte Falunröd (rote Häuser in Schweden). So hat man das Gefühl in einem außergewöhnlichen (High5) Zimmer zu wohnen. Wer etwas Geld übirg hat, wohnt in der Suite in der 7. Etage. Diese hat eine Dachterasse über die Avenyn und ganz Göt
Über eine Merkwürdigkeit will ich noch ein Wort verlieren, dann bin ich auch bald am Schluss. In Schweden zählt man Etagen (våning) nicht so wie wir das gewohnt sind. Das Erdgeschoss ist die 1. Etage, deshalb ist das erste Stockwerk die 2. Etage. Warum - keine Ahnung!
Ein guter Effekt von dem das ich all das Banale hier aufschreibe ist, dass ich all das was mir jetzt hier so anders erscheint, schnell zur Routine wird und ich mich anschließend nicht mehr daran erinnern kann. Jetzt begegnen mir tagtäglich Dinge mir besonders erscheinen und an die ich mich am nächsten Tag schon gewöhnt habe. Woran ich mich wohl nicht gewöhnen kann ist dass hier das einzige Bier außer Weißbier nur Spaten ist. Was ist denn hier los??? Und teuer ist es sowieso!
Zuletzt möhte ich euch nich zwei schwedische Wörter vorstellen, die es im deutschen nicht direkt gibt, die es aber geben sollte weil sie zu toll sind.
"Brukar" bedeutet: pflegen etwas zu tun, gewöhnlich tun.
"Fika" bedeutet miteinander Kaffee trinken um zu quatschen, klönen, schnacken, sich zu unterhalten
Ich werde einen Brief an jemanden schicken, der zu verantworten hat, dass es diese Wörter im deutschen nicht gibt. Weiß jemand wer das ist? Vielleicht der Duden?
Hej så länge
Samstag, 14. März 2009
lagom - Fingerspitzengefühl
weil ich die ersten beiden Posts mit einem Bericht über das Wetter begonnen habe, will ich heute in dies
Gestern habe ich meine erste Runde mit dem Fahrrad gedreht und bin prompt auf dem Berg gelandet, auf dem ich mit Philipp schon im Januar war. Auf dem Berg gibt es einen Tierpark, u.a. mit Elchen - boah - und das gleich um die Ecke. Der Traum eines jeden Deutschen mit Bullerbü-Syndrom!!! Und es gibt freilaufende Rehe. Das fande ich so außergewöhnlich (High 5). Die Schweden nicht. Sie sind vorbeigelaufen und haben das Rudel mit keinem Blick gewürdigt.
Zurück zu meinem echt coolen Bike. Leider habe ich es nicht geschafft eine Tankstelle zu finden um meine französischen Ventile am Fahhrad mit Luft zu füllen, so dass ich bei jeder Anhöhe gezwungen war abzusteigen und zu schieben. Erst auf dem Rückw
Gestern Abend war ich mit Anne, meiner Mitbewohnerin und Freunden von ihr etwas trinken in einer Bar auf der Avenyn. Das ist das Pendan zu "Unter den Linden", nur in Göteborg. Hier liegt übrigens auch das Scandic Rubinen, in dem ich ab Montag arbeiten werde.
Es war für mich ein wirklich netter Abend, besonders weil auch ein Schwede zu unserer Runde gehörte. Nach anfänglicher Scheu, habe ich es dann doch gewagt mich auf schwedisch auszudrücken. Und es ging erstaunlich gut. Weil alle schwedisch können, wurde auch viel schwedisch gesprochen. Ich kann behaupten, dass ich immer wusste worum es geht. (-;
Das hat mir ein sehr gutes Gefühl für Montag gegeben. Außerdem konnte ich mein schwarzes Büchlein um einige schwedische Wörter und Ausdrücke (nicht immer jugendfrei) erweitern.
Die heutige schwedische Kulturkunde dreht sich um das Wort "lagom". Lt. Langenscheid bedeutet es: gerade recht, passend. Es steckt aber noch mehr hinter dem Wort, was das Wesen des "Schweden" oder der "Schwedin" erklären will. Ich zitiere Tilmann Bünz: "Das richtige Maß gilt in Schweden als besonders wichtig: nicht zu viel und nicht zu wenig, eben "lagom". Es ist allemal besser nicht aufzutrumpfen. Ausländer treffen nicht immer gleich den richtigen Ton, und man darf nicht vergessen, dass selbst Norddeutsche für Schweden geografisch gesehen Südländer sind, die gerne reden und ihre Gefühle zeigen." (Ende Zitat). Uhhh, das klingt so als ob Schweden Exoten wären. Mit ein bisschen Fingerspitzengefühl werde ich das schon meistern mich "lagom" zu verhalten.
Für alle die sich scheuen meine langen Texte zu lesen, werde ich zur Beruhigung sagen können, dass diese mit ziemlicher Gewissheit in Zukunft eher kürzer werden und auch nicht mehr jeden Tag erscheinen werden. Ich hoffe das ich trotz der Länge einige Leser bewahren kann, bis ich zu einem geregeltem und erträglichem Maß gefunden habe.
Hej så länge
Freitag, 13. März 2009
zuerst kommt die Sonne, dann kommt der Schnee und am Ende ...
nachdem mich das Wetter in Göteborg am ersten Tag mit Sonnenschein empfing, so begann es gestern ganz plötzlich zu schneien. Sogar die Schweden waren überrascht. Morgens noch hatte ich das Fahrrad repariert um nachmittags eine Fahrradtour zu unternehmen, aber dann kam der Schnee. So habe ich kurzerhand einen zu schönen Spaziergang durch das verschneite Göteborg gemacht. Ich habe einfach mal ausprobiert wie lange ich zufuß zum Hotel brauche. Ich weiß es immer noch nicht, weil ich ständig stehen geblieben um entweder ein Foto zu machen oder etwas nachzulesen. Ich schätze es ist irgendetwas zwischen 15 und 20 min. Mit dem Fahrrad nur 5 min!!!
Ich werde mich aber zusammenreißen müssen nicht zu spät loszufahren, damit ich nicht im verschwitzten Hemd "auf Arbeit" erscheine. Für die Arbeit im Hotel habe ich mir gestern eine Hose bei H&M gekauft. Und haltet euch fest - nichts ist einfacher als eine Hose für mich in Schweden zu finden. Die haben nahezu nur meine Größen. Das ist zu fantastisch. Die Schweden sind so schlank, obwohl es hier keinen Laden öfter gibt als Mc Donalds.
Um die Hose anzuprobieren musste ich etwas lernen. Bevor ich in die Umkleidekabine durfte wurden meine Kleidungsstücke gezählt, die ich mir rausgesucht hatte. Daraufhin bekam ich eine "Zwei" (siehe Fot0). Zuerst dachte ich es, sie teilen die Umkleidekabinen zu. Aber nachdem ich keine Nummern auf den Kabinen fand, habe ich es kapiert. Es ist wohl eine Vorsichtsmaßnahme gegen Diebstahl. Dabei sehen die Schweden so unschuldig aus.
Wer in Schweden unterwegs ist braucht eine Kreditkarte. Hier wird sogar die Butter im Supermarkt mit der Kreditkarte bezahlt. So habe ich mir für Schweden auch eine angeschafft. Ich schaffe es aber noch nicht sie einzusetzten. Entweder ich ziehe sie falsch herum durch den Schlitz oder, keine Ahnung. Jedenfalls muss mir immer erst ein freundlicher Schwede oder eine freundliche Schwedin behilflich sein. Was mich erstaunt, ist dass man in machen Fällen weder eine Unterschrift noch einen PIN benötigt. Die ziehen das Geld ab und fertig.
Nachdem ich in Berlin in den letzten Wochen pausenlos immer etwas zu tun hatte (merci), bin ich wirklich froh es hier ruhig angehen zu dürfen. Obwohl jetzt schon wieder tolle Sachen reinkommen, die man hier machen kann. Gestern Abend war ich in der Galeri 54, in der Kastellgatan 54 - ja das ist dieselbe Straße in der ich auch wohne. Johannes, ein Filmemacher aus Göteborg hatte mich zu einer Präsentation eingeladen. Ein Freund von ihm hat einen animierten Kurzfilm produziert, denn ich mir gestern angeschaut habe. Er heißt "Mäniskorna och valen" (Die Menschen und der Wal), und handelt von e
Morgen gibt es in Schweden das Melodivestivalen. Ähnlich dem Grand Prix, nur für schwedischen Schlager. Das ist so populär hier. Alle schauen sich das im Fernsehen an. Ich werde nicht drum herum kommen und mir das mit irgendwelchen Leuten anschauen.
Wenn ihr mal in Schweden seid müsst ihr euch unbedingt Kanelbullar kaufen. Das sind Zimtschnecken nur irgendwie besser. Die gibt es hier überall in unterschiedlichsten Qualitäten. Natürlich sind die frischen vom Bäcker am besten. Aber auch die abgepackten aus dem Supermarkt schmecken zu gut.
Hej så länge
Donnerstag, 12. März 2009
Mittwoch, 11. März 2009
Bullerbü-Syndrom
Gestern habe ich schon die ersten Eindrücke eingestellt. Mein neues Shampoo und mein Zimmer. Mein Zimmer ist wirklich nicht groß. Bis auf ein Bett passt nicht viel mehr rein. Aber ich mag es. Es ist zu schön. Es
Ich wohne in dem Stadtteil Annedal. Ehrlich gesagt fande ich Göteborg bei meinem ersten Besuch im Januar überhaupt nicht schön (obwohl ich das immer gesagt habe). Die Nordstaden ist so verbaut. Naja, aber im Januar habe ich Annedal und Haga noch nicht gekannt. (Außerdem ist das Wetter so schön.) Hier gibt es hauptsächlich rote
Die Lebensmittel hier in Schweden sind sehr teuer. Gestern habe ich für Tomaten, Käse, Milch, Joghurt, Brot und Shampoo 150 schwedische Kronen bezahlt. Das sind ungefähr 14 Euro. Heute habe ich mich zu Fuß auf den Weg zum nächsten Lidl gemacht. Dort sind die Preise okay. Im großen und ganzen gibt es die selben Produkte wie in Deutschland. Aber ich habe eine halbe Stunde gesucht um alles zu finden. Das ist total schwer, weil überhaupt nichts sortiert ist. Die Gummibärchen neben der Seife und das Wasser neben dem Katzenfutter.
Eine Tatsache kommt mir hier in Schweden zugute. Weil ich mein Stipendium in Euro ausgezahlt bekomme, leide ich nicht unter der schwachen schwedischen Krone. Nein, ich habe dadurch nur Vorteile. So bezahle ich für die Miete ca. 50 Euro weniger, als ich vor einem Jahr gezahlt hätte. 2003 hat Schweden die Einführung des Euros abgelehnt. Da Schweden als einziges Land die Krone nutzt, ist sie nicht so stabil wie der Euro und hängt auch stark vom Dollar ab. Doofe Schweden, hihihihi
Ab morgen habe ich höchstwahrscheinlich ein Fahrrad. Meine Mitbewohnerin hat ein altes. Ich habe es mir heute schon mal angesc
Heute bin ich auch bei der Folksuniversitätet gewesen um mich für einen Schwedischkurs anzumelden. Leider gibt es nur alle 6 Wochen Kurse und vor zwei Wochen sind sie gestartet. So muss ich noch etwas warten. Nicht so schlimm, weil mein Schwedisch beim arbeiten sicherlich viel viel besser wird und ich dann in einem höheren Level einsteigen kann. Der Mitarbeiter dort war so nett. Er hat sich viel Zeit genommen. Wir haben abwechselnd englisch, deutsch und schwedisch gesprochen. Um mir die Anmeldung im Internet zu zeigen hat er mich hinter den Tresen geholt um mir alles zu zeigen. Außerdem habe ich mich nach einem Englisch-Zertifikat erkundigt, das ich eventuell für mein Studium benötige.
Ich habe mir vorgenommen euch jedesmal etwas schwedisches näher
Besonders witzig ist auch die Episode in der Bünz beschreibt, wie im Sommer alle Schweden in den Urlaub fahren und überall nur Aushilfen und Praktikanten eingesetzt werden (dann weiß ich auch schon mal, was auf mich zukommt). Bünz erzählt von einem Polizeirevier in der Provinz mit Öffnungszeiten. Außerhalb der Öffnungszeiten ist die Polizei der nächst größten Stadt zuständig. Die braucht eine Dreiviertelstunde. Hier habe ich immer einen meiner Lieblingsfilme vor Augen. KOPPS. Ein schwedisches Polizeirevier versucht die Schließung aus Grund von mangelnder Kriminalität zu verhindern indem sie selber welche produziert - zu lustig.
Hej så länge
P.S. Wer noch mehr Bilder sehen möchte: http://www.flickr.com/photos/rentier1st


















