Dienstag, 28. April 2009

Toppen ,toppen, toppenkul

Hej kära vänner,
ich melde mich zurück mit einem Bericht aus dem Norden. In der letzten Woche ist in Göteborg der Frühling eingeschlagen. Alle Bäume tragen Farbe. Das schwedische Volk bevölkert die Straßen. Sie sind wie kaum jemand anderes sehr sonnenhungrig. Wer einen langen dunklen Winter hinter sich hat ist sehr bedürftig. Ich versuche so viel Zeit wie möglich draußen zu verbringen. In den letzten zwei Wochen war ich oft im Slottskogen. Ich muss nochmal betonen, dass ich hier echt fantastisch wohne. Precis, zwischen Haga und dem Slottskogen. Ein riesiger Park mit angeschlossenem Botanischen Garten. Das perfekte Naherholungsgebiet (-;. Im Slottskogen liegt auch der Tierpark von dem ihr schon Bilder sehen konntet. Wir waren am Sonntag zum Fußball spielen dort und eine Woche vorher haben wir den Geburtstag der supertollen Susi (-; mit einem Barbecue gefeiert. Am Freitag hat sich hier jedoch auch ein historisches Ereignis stattgefunden, was den deutschen Fußball wohl sehr erschüttert hat, ohne das er es gespürt hat. Ich und Dennis haben gegen die schwedische Auswahl 10:9 verloren. Ich erzähle nicht wie alt unsere Gegner waren, stattdessen gehe ich dazu über und erzähle wie der Schwede gerne Sport treibt. Schweden ein Land mit dem Image eines gesunden Volkes. Besondere Schuld trägt daran die sehr gesunde Ernährung mit viel Fisch und Gemüse (kein Wunder, Fleisch schmeckt hier nicht und ist quasi unerschwinglich). Obwohl hier zu jederzeit ständig Kaffee getrunken wird und an jeder Ecke ein Mc Donalds steht, sind die Schweden super schlanke Menschen. (Nirgendswo finde ich Hosen die mir passen besser als hier.) Jetzt wo es Sommer wird fällt es mir besonders auf, dass Schweden auch viel Sport treiben. Von meinen Kollegen weiß ich, dass im Winter die oft firmeneigenen und kostenlosen Fitnessstudios genutzt werden. Andererseits habe ich schon mit Britta festgestellt, dass viele Leute in Trainingsanzügen nur spazieren gehen anstatt zu laufen. Wer erinnert sich da nicht an die Werbung von Aral, in der sich der Ehemann kurz bevor er nach Hause kommt noch eine Flasche Wasser über das Hemd schüttet, damit es den Anschein hat, er hätte geschwitzt. Außer vielen "Läufern" sehe ich im Park oft Leute die mit Bauklötzen werfen. Juliana hat mir erklärt das es dabei um ein altes Wikingerspiel handelt (wie cool ist das denn), das Coop heißt (leider kenne ich die richtige Schreibweise nicht). Oder man spielt Ultimate - Frisbee. Ein Mannschaftsspiel bei dem sich die Frisbee gegenseitig zuwirft um sie im gegnerischen "Tor" zu versenken. In der Schweiz findet gerade die Eishockey-WM statt. Ein Sport der in Schweden noch größer ist als Fußball. Weil Dennis Eishockey spielt habe ich mir auch mal Eishockey angeschaut und ich muss sagen, dass es wirklich ein spannender Sport ist. Gestern lief Schweden gegen Lettland. Schweden hat verloren. Ich habe bis zu dem Zeitpunkt geschaut als ein schwedischer Spieler gegen die Bande gedrückt wurde und nicht mehr aufstand. Er hat nur noch Blut gespuckt. Nachdem die Szene 5 Mal aus den verschiedensten Perspektiven gezeigt wurde, habe ich umgeschaltet.
Am letzten Wochenende wurde das "Gamla Ullevi" mit dem Spiel der Frauennationalmannschaften von Schweden und Brasilien eingeweiht. Schweden gewann 3:1 - Glückwunsch. Die brasilianische Mannschaft wohnte in dem Hotel in dem ich arbeite. Nach dem Spiel saßen die Spielerinnen niedergeschlagen im Flur auf dem Fußboden und der Philipp mitten unter ihnen. Das Bild das sich mir bot war auch zu komisch. Warum die alle dort saßen war mir schleierhaft. Also habe ich meine Hilfe angeboten. Weil ich kein Portugiesisch spreche und die Spielerinnen kein Englisch verstanden hat das nicht so gut geklappt. Und meine Einladung zu einem Cocktail ist auch nicht angekommen!
Ich glaube die waren einfach nur müde und niedergeschlagen. Letztendlich habe ich Marta ihr Zimmer geöffnet. Dafür hat sie mir ein kleines aber sehr feines Lächeln geschenkt - Juchu!
In der letzten Woche hat endlich, endlich der Schwedischkurs angefangen. Ich bin super glücklich das ich nun auch etwas Grammatik mitkriege. In Vorbereitung auf den Kurs an der Folksuniversitet war ich sehr skeptisch, weil doch Sprachkurse in Deutschland an der Volkshochschule keine besonders guten Ruf haben. Meine Befürchtungen haben sich jedoch in das Gegenteil umgekehrt. Ich bin total begeistert. Das Niveau passt gut. Das Tempo ist gut und die anderen Schüler sind hochmotiviert (so wie ich). Zwei x zwei Stunden pro Woche und die Zeit vergeht jedesmal super schnell. Eine Fika zwischendurch gibt es auch. Mit den zwei deutschen Teilnehmerinnen habe ich auch noch kein Wort Deutsch gesprochen. An der Folksuniversitet war ich am letzten Wochenende auch um ein Englisch-Examen zu bestreiten. Am Freitag, der Sprachtest lief ganz okay, jedoch der schriftliche Teil am Samstag war super schwer. Ich bin gespannt was da raus kommt.
Am Wochenende vertreibe ich mir meine Zeit oft mit Leuten die auch ein Praktikum hier in Göteborg machen - ja es sind Deutsche. Aber mit Schweden in Kontakt zu kommen ist nicht so einfach und außerdem bin ich immer total müde im Kopf nachdem ich den ganzen Tag schwedisch gesprochen habe, sodass ich es als Entspannung empfinde. Mir ist es aufgefallen, dass man sich in seiner Muttersprache ohne Anstrengungen bewegen und entspannen kann. Hat man jedoch eine fremde Sprache um sich muss man sich die ganze Zeit konzentrieren. Da wird sogar Fernsehgucken zu einer Anstrengung. Ich brauche unbedingt mal Pause in meinem Kopf. Deshalb ist es so schön, dass ich am nächsten Wochenende in Berlin bin. Christian hat Konfirmation bzw. Taufe und dafür habe ich mir frei genommen. Darauf freue ich mich schon sehr. Toppen - ein Wort das ihr euch merken müsst!!! Es bedeutet in etwa: gut, toll oder auch "topp"
Hier heißt sogar ein Geschäft so!Hier Fand die Schmach vom Slottskogen. Dennis mit unserem tollen IFK-Ball.


Hier der Beweis - Männer können Kuchen backen!

Har det så bra

Dienstag, 14. April 2009

schwedische Gemütlichkeit und warum wir die Besten sind!

Hej, kära vänner,
Heute habe ich erfahren, dass ich mit dem besten Team von ganz Schweden zusammenarbeite. Scandic hat eine Umfrage unter Gästen durchgeführt, die in den letzten Monaten in Scandic-Hotels übernachtet haben. Das Rezeptionsteam vom Scandic Rubinen wurde mit großem Abstand am Besten von allen Hotels in Schweden bewertet. Ich bin so stolz auf mein Team. Von mir wollten sie heute wissen, ob ich das auch so empfinde. Ich kann das nur bestätigen und ihnen einen sehr herzlichen und freundschaftlichen Umgang mit den Gästen attestieren. Weiter so!
Wenn mir hier jemand etwas über schlechtes Wetter erzählt, zeige ich ihm einen Vogel. Bislang war es nämlich wirklich schön. Immer etwas frisch, aber meistens sonnig. Und die ersten Sonnenstrahlen im Jahr sind immer am schönsten. Ich hoffe, dass ich nicht allzu enttäuscht bin wenn es dann doch mal schlechtes Wetter geben sollte. Das gute Wetter wirkt sich hier direkt auf meinen Kaffeekonsum aus. Je nachdem in welcher Schicht ich arbeite sitze ich vormittags oder nachmittags gerne in einem der zahlreichen Cafés auf einem Platz in der Sonne. Oberkörper frei ist noch nicht drin, aber immerhin habe schon im T-Shirt. Hier kann man überall wie in Deutschland einen Kaffee Latte oder einen Cappuccino trinken. Bestellt man jedoch einen Kaffee, so bedient man sich selber und schenkt sich so viel nach wie man möchte. "Påtår" nennt sich das. Manchmal ist das aber nicht zu empfehlen weil der Kaffee oftmals schon lange steht und von minderer Qualität ist. Aber sonst gibt es hier auch wirklich guten Kaffee. Außer Kaffee habe ich letzte Woche Unmengen an Krabben zu mir genommen. Ein Salat mit frischen Krabben ist etwas so Leckeres. Ich weiß noch das wir auf Langeoog wie die Weltmeister Krabben gepult haben und Britta hat die Krabben nicht vertragen und musste zum Arzt. Britta hat die Gabe immer zu den unmöglichsten Zeitpunkten und an den unmöglichsten Orten krank zu werden, bzw. sich zu verletzen. Legendär ist ihre Gehirnerschütterung zu Silvester. Aber das hat nichts hiermit zu tun. Ich habe die Krabben und den Kaffee bestens vertragen. Und die Sonne noch besser.
Am Wochenende war Ostern. In Schweden hat das Osterfest, meinem Eindruck nach auch nicht viel mit der eigentlichen Bedeutung zu tun. Die Feiertage existieren so wie in Deutschland (natürlich nicht in der Dienstleistungsbranche). Am Donnerstag verkleiden sich die Kinder als Hexen und ziehen um die Häuser. Ansonsten wird das Osterfest zum Anlass genommen gut und viel zu essen. Es gibt viel Fisch, Eier, Köttbullar und Janssons Frestelse (Janssons Versuchung). Ein Auflauf aus Kartoffeln, Zwiebeln und Anchovisfiléts. Ostereier verstecken und suchen ist hier unüblich, obwohl es sie hier auch in großen Mengen zu kaufen gibt.
Ich habe das Oster-wochenende fast nur unter freiem Himmel verbracht. Am Samstag war ich den ganzen Vormittag in Haga. Anschließend habe ich mich mit Juliane und ihren Freunden aus Deutschland an der Feskekôrka getroffen. Eine Markthalle in der ausschließlich frischer Fisch verkauft wird. Weil das Gebäude wie eine Kirche aussieht, heißt es "Fischkirche".
Anschließend wieder in Haga und nachmittags im Botanischen Garten. Der liegt auf einem Berg südlich von Göteborg und bietet die schönste Aussicht überhaupt. Überall blühen Frühlingsblumen. Es ist nur fantastisch.
Am Sonntag war ich erst im Ostergottesdienst und nachmittags auf einem Ausflug wieder mit Juliane und ihren Freunden, die sich ein Auto gemietet hatten. So sind wir die Westküste hoch nach Marstrand gefahren. Nicht weit weg von Göteborg und deshalb ein sehr beliebtes Ausflugsziel. Im Sommer sind hier sicherlich nur Touristen, im Frühjahr befindet sich Marstrand aber noch in schwedischer Hand. Marstrand ist eine Insel, auf der sich ein beschauliches Städtchen und eine alte Festung befindet. Die Insel ist Autofrei und nur mit einer Fähre zu erreichen. Wir sind einmal kreuz und quer über die Insel gewandert und haben bei blauen Himmel und leichter Brise alles erkundet.
Mein Leben hier in Schweden unterscheidet sich sehr von meinem Leben noch vor 2 Monaten. In Berlin gab es pausenlos etwas zu tun und am Wochenende war ich meistens aus. Das kommt hier auch mal vor, aber insgesamt ist es für mich hier ruhiger. Ich mache hier auch andere Sachen. Abr auch weil das schwedische Leben an sich gemütlicher ist. Manchmal muss ich mich noch ermahnen es ruhig anzugehen, aber inzwischen merke ich ganz deutlich das sich die Gemütlichkeit und "Unhektik" auch auf mich überträgt. Während ich in Berlin an der Kasse nicht schnell genug sein kann, warten hier alle mit einer Engelsgeduld bis ich alles eingepackt habe. Manchmal ist diese Gelassenheit aber auch anstrengend.
Heute habe ich mir einen Termin beim Frisör gemacht - auf schwedisch. Donnerstag um 11:00. Ich habe mich schon darauf eingestellt, dass ich hier das doppelte von dem bezahlen werde wie ich in Deutschland bezahle. Dafür erwarte ich aber etwas Besonderes. Vielleicht eine Kopfmassage oder so.
Zum Schluss mal etwas über die schwedische Esskultur, so wie ich sie erfahren habe. Das sind meine Erfahrungen, die so nicht allgemeingültig sein müssen.
In Schweden isst man gerne von Buffets. Paradebeispiel ist das After Work. Nach getaner Arbeit am Freitag geht man gemeinsam in eine Bar oder ein Restaurant. Überall wird ein Buffet angeboten. Man bezahlt nur für die Getränke, für die Speisen auf dem Buffet bezahlt man nicht. Ich nehme an das diese "Buffetkulutr" auch an folgendem Verhalten Schuld trägt: Wer sein Essen hat fängt an zu essen und wartet nicht auf die anderen. Man wünscht sich keinen "Guten Appetit", weil es dergleichen in der Sprache nicht gibt. Wenn es einem Schweden schmeckt, dann kann man das durchaus hören und sehen (in Zukunft werde ich nicht mehr sagen: "Du isst ja wie ein Schwein").Wer seine Portion aufisst ist uncool. Jedenfalls scheint es mir, als wäre ich der einzige dessen Augen nicht größer sind als der Mund. Wirklich nett ist, dass es immer viele Salate gibt und frisch gebackenes Brot. Das isst man zum Essen, mit der salzigen Butter und Käse. Inzwischen habe ich mir das auch angewöhnt. Als Getränk, ist entweder Milch (Stephan!) oder Wasser in dem frisches Obst schwimmt, üblich. Abends trinkt man hier gerne Cidre, dass aber für mich wie Gummibärchen schmeckt und viel zu süß ist. Schwedisches Bier ist im Übrigen auch nicht zu empfehlen. Ich trinke hier gerne mal ein Carlsberg - aus Dänemark.
Hej så länge
P.S. für noch mehr Fotos: http://www.flickr.com/photos/rentier1st/

Sonntag, 5. April 2009

Schweden - schon mal was von Datenschutz gehört?

Hej kära vänner,
wieder ist ein Wochenende viel zu schnell vergangen. Weil ich mich aber ein bisschen auf die Arbeit freue ist das überhaupt nicht schlimm. Letzte Woche war ein gute Woche. Besonders am Donnerstag habe ich mich gefühlt als sei ich angekommen. Wir hatten über 100 Abreisen und ich war mit meiner Kollegin allein. Also hatte ich keine andere Wahl - ich war der zweite Mann. Und es lief richtig gut. Für mich war es ein so gutes Gefühl "nützlich" zu sein. Ich hasse es nicht nicht hilfreich sein zu können. Auch wenn ich noch nicht alles verstehe und ich auch noch nicht alles ausdrücken kann, merke ich deutlich das ich voran komme. Die Sprache ist eine Barriere, die immer kleiner wird.
Auch das Wetter hat mich wieder willkommen geheißen. Es ist faszinierend zu beobachten wie extrem "der Schwede" auf die Sonne reagiert. Wenn ich morgens zur Arbeit fahre und die Sonne scheint sind die Straßen voll mit Menschen. Wenn es aber schlechtes Wetter gibt ist niemand zu sehen. Als ob die Schweden nur bei gutem Wetter arbeiten würden. Am Nachmittag ist die Avenyn so voll, dass man vom Fahrrad absteigen muss. Besonders schön ist dann in Haga. Meine Kollegin hat mir dort ein wirklich tolles Cafe empfohlen. Es gehört wohl einem Deutschen, den ich aber noch nicht getroffen habe. Vor diesem Cafe ist es auch passiert, dass mich eine Schwedin für einen Frederik gehalten hat. hihihihi, das macht bestimmt das Shampoo. Alle halten mich für einen Schweden.
Was ein richtiger Schwede ist, hat man eine Personennummer. Ein Schwede bekommt sie bei der Geburt zugeteilt. Sie besteht aus 10 Ziffern. Die ersten sechs Ziffern geben das Geburtsdatum an. Dann folgt eine Ziffer, die das Geschlecht angibt. Eine gerade Zahl bedeutet weiblich und ungerade männlich. Für jeden Geburtstag lassen sich 499 Kombinationen für Frauen und 500 für Männer generieren, was bei etwa 500 Neugeburten in Schweden pro Tag ausreicht. Meine Personennummer würde in etwas so ausssehen: 851201-4321. Leider gestaltet sich das schwierig, weil man Status in Schweden unklar ist. Ich bin weder angestellt noch Student. Ich bin so froh, dass meine Kolleginnen mir dabei behilflich sind.
Gestern hat mir jemand eine aberwitzige Story erzählt. Auf der "Autobahn" hier in Schweden ist er hinter einem Auto hergefahren aus dem der Fahrer etwas warf, dass ihn fast traff. Darauf hin ist der dem Auto dicht aufgefahren. 10 min später ereichte ihn eine SMS mit ungefähr diesem Text: "Sorry für die Wurfattacke, bitte fahre nicht so dicht auf". Der Fahrer hatte über das Kennzeichen den Halter und dessen Handynummer ausfindig gemacht. Das ist in Schweden über das Internet ganz einfach. Wer will sucht sich die Handynummer des Ministerpräsidenten raus oder den Familienstand des Kollegen. Das ist mir wirklich unheimlich. Wenn ich meine Personennummer habe, die man hier für fast alles braucht, dann bin ich auch ermittelbar. Die Schweden scheint das nicht zu stören. Sie haben ein großes Vertrauen zum Staat bzw. zu den Behörden.
Andere Sachen funktionieren deshalb unkompliziert. Letzte Woche habe ich mir einen Bibliotheksausweis besorgt, der für jeden kostenlos ist. Man kann damit Bücher, CDs und DVDs ausleihen und auch Computer zum Internetzugang nutzen. Es ist wirklich eine sehr gute Bibliothek. (-; Ich bin gleich in die Abteilung für deutschsprachige Literatur gestolpert und habe mir 2 Bücher von Wladimir Kaminer ausgeliehen. In Schweden gibt es für alles Automaten, so muss man die Bücher nur auf eine Metallplatte legen um sie auszuleihen. Sogar in der Kirche steht ein Automat mit dem man Geld mit seiner Kreditkarte spenden kann.
Mein Wochenende war sehr ereignisreich. Am Freitag hatte mich Elke zu "Phantomen på Operan" eingeladen. Ein Musical - Theaterstück, dass ihr Physik-Fachbereich aufgeführt hat. Erstaunlich das Physiker so kreativ sein können. Es wurde viel gesungen und gelacht. Es gab Zwischenrufe wie "sprich dänisch", die die Schauspieler dann auszuführen hatten. Das Theater wurde unterbrochen durch ein Drei-Gang-Menü, das die Mat(Essen)-Gruppe zubereitete. Es gab viele Gruppen in denen sich die Studenten ganz freiwillig engagierten. Das hat mir sehr imponiert.
Am Samstag habe ich mit drei deutschen Mädels eine Fahrradtour bei herrlichen Wetter an einen See gemacht. Am Nachmittag habe ich zufällig einer riesige Kissenschlacht auf dem Järntorget beigewohnt. Es war wohl World-Pillow-Day.
Am Abend war ich das erste Mal in Göteborg tanzen. Auch wenn ich die Musik nicht mochte und mich der Spaß ein kleines Vermögen gekostet hat, hatte ich doch meinen Spaß. Heute war ich zuerst im Gottesdienst (inzwischen verstehe ich so 60%) und dann nachmittags noch fika.
Nächste Woche ist Ostern. Ich habe aber nur am Wochenende frei. Juliane hat einen kleinen Ausflug vorgeschlagen. Auto ausleihen und irgendwo hinfahren. Ich möchte unglaublich gerne mal die Felsritzungen von Tanum sehen. Sie sind rund 3000 Jahre alt und sind inzwischen Weltkulturerbe. Ich werde das mal vorschlagen.
Nun ein bisschen schwedische Sprachkunde zum schmunzeln.
Schwedisch ist eine Sprache die sich sehr vieler Lehnworte bediehnt. Jedoch haben sie eine eigene Art fremdeWorte zu übernehmen. Die Aussprache wird beibehalten aber die Schreibweise wird angepasst. Hier ein paar Beispiele aus dem Englischen und Französischen: Date, mail, tape, tight, timing und OK werden zu dejt, mejl, tejp, tajt, tajming und okej. Freestyle zu fristajl, Pokerface zu pokerfejs oder Facebook zu fejsbok.
Aber auch französische Worte finden sich zu Hauf: Foajé, bassäng, restaurang, balkong, refräng, terräng, följetong, und gratäng sind Bassain, Restaurant, Balkon, Refrain, Terrain, Feuillton und Gratin. Und wer mir als erstes sagen kann was "schangtil" ist bekommt einen Preis. (Der Rechtsweg sowie die Teilnahme von Axelle ist ausgeschlossen).
Die Schweden sind schon ein sehr lustiges Volk. Jedenfalls braucht man sich keinen Kopf machen wie man ein Wort auszusprechen hat. Aber besonders schön ist es nicht!
Har det så bra