Sonntag, 31. Mai 2009

der Sommer stellt sich ein ...

Hej kära vänner,
jetzt ist wieder ein Wochenende vorbei. Für alle die Vorurteile gegenüber dem Klima in Skandinavien haben, sei gesagt, dass wir das ganze Wochenende strahlenden Sonnenschein hatten mit Temperaturen über 25 Grad. so mache ich meine schwedischen Hausaufgaben
Wie bereits an gleicher Steller zu einer früheren Zeit angemerkt, kann ich mich hier überhaupt nicht über das Wetter beschweren. Ich spüre überhaupt keinen Unterschied zu Berlin, bis auf die Tatsache, dass es schon 2 Wochen vor Mitsommer nicht mehr richtig dunkel wird. Als ich heute Nacht um 4 nach Hause lief weil ich die letzte Straßenbahn verpasst habe (und daran ist nur Lisa Schuld) war es schon wieder so hell. Das führt dazu, dass ich nicht mehr lange schlafen kann. Lakritzeis - wirklich lecker
Das wiederum führt dazu, dass ich produktiver sein kann und das war in letzter Zeit auch notwendig. Mein Zwischenbericht für die EU musste fertig gestellt werden. Außerdem verschiedene Bescheinigungen, dass ich weiterhin Geld erhalte, bzw. das bereits erhaltene nicht wieder abgeben muss. im Hinterhof der Kunsthochschule
Jetzt läuft auch die Bewerbungsphase für das Wintersemester an. Hier gibt es unglaublich viel zu erledigen. Schön das ich so viel Unterstützung von meiner Familie in Berlin dabei erhalte. Deshalb habe ich letzte Woche manchmal vergessen, dass ich in Schweden bin, weil ich mit meinen Gedanken für die Planung notwendigerweise schon viel in Deutschland war. Diese Woche werde ich damit leider fortfahren müssen. Hoffentlich gelingt es mir aber besser abzuschalten. Große Pläne für diese Woche sind schon gefasst. Unter Anderem wird sich diese Woche zeigen ob es mir erlaubt ist wieder als Volunteer zu arbeiten. Diesmal bei der U21-Fußballeuropameisterschaft hier in Schweden. Das ist aber nur eine Kleinigkeit im Vergleich zu anderen großen Dingen.
Nächstes Wochenende bekomme ich Besuch vom Matze. Matze und ich haben Zivildienst in Dorfweil geleistet und wir haben uns bestimmt schon 2 Jahre nicht mehr gesehen. Deshalb freue ich mich schon sehr. - Matze, pack die Badehose ein!!!
Vor zwei Wochen fand hier der Göteborgsvarvet statt. Der weltgrößte Halbmarathon. Weil der Lauf so populär ist muss man sich schon früh anmelden. Ich habe erst sehr spät gemerkt, dass es diesen Lauf überhaupt gibt und deshalb habe ich nicht teilgenommen. Der Lauf ging direkt am Hotel vorbei und ich sah 4 Stunden Menschen vorbeilaufen, während ich hinter dem Tresen stand. Ich habe mich schwarzgeärgert. Am liebsten hätte ich mir die Krawatte abgerissen und wäre sofort mitgelaufen.irgendwo auf einem Spaziergang
Die verpasste Bewegung hole ich aber nach indem ich weiterhin viel promeniere(schw.: promenera = spazieren gehen). Im schwedischen etwas anderes geschrieben , aber auf jeden Fall ein Wort, das es Wert ist, ins Deutsche übernommen zu werden. Wenn ich auch nicht immer freiwillig promeniere so aber immer mit großem Genuss. Besonders in den letzten Wochen habe ich viele Fußkilometer zurückgelegt. 3000 Jahre alte Felsritzungen
Die meisten wohl auf dem Ausflug mit Juliana nach Tanumshede. Hier gibt es Felsritzungen die schon über 3000 Jahre alt sind und zum Weltkulturerbe der UNESO gehören. Wir hatten wirklich einen fantastischen Ausflug raus ins schöne Schweden. Weil man vom Bus noch etwas laufen mussten und wir auf dem Rückweg mit Zug gefahren sind, kann man von einer kleinen Wanderung sprechen.eigene Felsritzungen
Außerdem habe ich Meike auf einem Spaziergang die wohlmöglichst schönste (Park)bank von Göteborg zeigen. Bisher steht sie auf dem Berg der zum Botanischen Garten gehört und hier hat man auch eine tolle Aussicht. An der Oper steht auch eine schöne, haben wir festgestellt. Wer mal in Göteborg ist - unbedingt mal vorbeischauen.am Röda Steen
Außerdem habe ich die Wasserseite von Göteborg entdeckt. Am Röda Steen, wo ich eigentlich eine Fotoausstellung besuchen wollte ist es ganz ganz fantastisch. Efektiv habe ich nur wenig Zeit in der kleinen aber feinen Ausstellung verbracht. Dafür saß ich lange draußen und habe die vorbeifahrenden Schiffe beobachtet.im Slottsskogen
Weil das Wetter so fantastisch ist vebringe ich weiterhin viel Zeit im Slottsskogen, der ja gleich hier um die Ecke liegt. Wenn das Wetter gut ist, ist der Park voll. Bei schlechtem Wetter fragt man sich immer wo die ganzen Menschen hin verschwunden sind. Hier liegen wir in der Sonne und lassen uns Kanelbullar ohne Hefe und Ananas schmecken.Honigmelone
Am Mittwoch haben wir in einem Lusthuset (-;, einem Pavillion im Botanischen Garten gepicknickt. Hier habe ich ein lustiges Spiel kennengelernt, dass ich euch bei Gelegenheit mal zeige. Die bemalte Melone ist hier auch entstanden, die Anegret gewidmet wurde.
Vorbereitung Tjänastan
Gestern war ich in einem wichtigen Auftrag unterwegs. Ich bin früh nach Angered gefahren, einem Stadtteil von Göteborg, der so anders ist als das Göteborg in dem ich die meiste Zeit verbringe. Ein Stadtteil in dem viele Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern wohnen. Leider hat Angered ein soziales Problem. Es gibt viele arbeitslose Menschen und die Kriminalitätsrate ist hoch. In Berlin wurde solche Bezirke einst No-Go-Areas genannt. Marcus, ein Pfarrer aus Deutschland möchte daran etwas ändern. Deshalb hat er das Projekt Tjänastan ins Leben gerufen. Er möchte mit den Menschen denen es schlecht geht in Kontakt treten und ihnen helfen. Dabei haben wir ihm geholfen. Anlässlich des Hammarkullen, einem Fest, ähnlich dem Karneval der Kulturen, dass gestern in Angered stattfand, haben ich und viele andere Freiwillige in unterschiedlichen Projekten gearbeitet. In meinem Projekt habe wir über das Fußballspielen in Kontakt zu den Menschen aus Angered aufgebaut. Wir haben Leute angesprochen und eingeladen mit uns Fußball zu spielen. Auch wenn nicht viele zum Spielen gekommen sind, haben wir doch mit vielen Menschen gesprochen. Das war besonders für mich eine interessante Erfahrung, da mein Schwedisch ja nicht perfekt ist. Ich habe dies aber nicht als Hürde empfunden - nein es ist mir dadurch sogar leichter gefallen. Das Wetter war einfach großartig und es gab aufgrund des Festes so viele Menschen auf der Straße. Außerdem gab es im Team viele nette Menschen, die ich kennenlernen durfte. Anschließend gab es noch, wie sollte es anders sein, ein Fika für alle Helfer mit einem Konzert eines Chors in dem auch Juliana mitsingt. Danach war ich so müde, aber das hat sich so gut angefühlt.
Dies ist der Link zu der Webiste von Tjänastan: www.tjanastan.se
Studenter
Demnächst fangen hier auch Sommerferien an, die in Schweden 2 Monate lang sind. So schließen hier auch viele Schüler gerade die Schule ab. Studenter heißen die Abschlussfeiern dazu. Wer auf der Avenyn arbeitet durfte letzte Woche jeden Tag miterleben wie sehr sich die Schüler freuen. Hier ist es Tradition das man sich als Klasse auf einen LKW stellt und tanzend und singend durch die Stadt fährt. Ähnlich einem Truck auf der Loveparade. Sehr spassig bei lauter Bassmusik einen Gast einzuchecken. Die schwedischen Gäste schienen das gewöhnt zu sein, nur für mich und die Gäste aus dem Ausland war es sehr ungewöhnlich.
Da man aber nicht immer außenvor sein möchte, wenn andere feiern lasse ich es mir nicht entgehen auch mal um die Häuser zu ziehen. Gestern z.B. war ich in einem Club, dem Nefertiti. Ein netter Club in den ich mich bestimmt nochmal verirre und dann länger bleibe. Wir sind nämlich schon früh noch woandershin. Etwas chaotisch aber doch sehr spassig. (-;
Wenn es in Schweden Sommer wird, flüchten alle von ihren Arbeitsplätzen und an vielen Stellen bleiben nur Aushilfen übrig. So wurde mir empfohlen Behördengänge noch vor den Sommerferien zu erledigen. Auch bei uns im Hotel werden viele Leute nur für den Sommer eingestellt. Ich frage mich noch wie das werden wird, weil es gerade im Sommer mit den Touristen oftmals nicht so einfach ist. Ich werde es rausfinden. In zwei Wochen gibt es auch eine Begrüßungsveranstaltung für all jene. Hier werden wir wohl auf die anstehenden Überstunden eingestellt. (-; Demnächst steht für mich auch die nächste Nachtschicht an. Mal sehen wie das wird. Ansonsten läuft es auf der Arbeit schon sehr routiniert.
Wie schon erwähnt werde ich umziehen. Ab dem 15. Juni habe ich eine neue Bleibe. Letzte Woche habe ich einen Mietvertrag unterschrieben. Jetzt ist alles unter Dach und Fach. Diesmal alleine ohne Mitbewohnerin. Mal sehen wie ich das überstehe, nachdem ich so lange in einer WG gewohnt habe.
Das ist alles für jetzt. Die nächsten Wochen werden spannend und ich versuche euch auf dem laufenden zu halten.
Har det bra
P.S. hier nochmal der Link für die, denen ich nicht genug Fotos poste: http://www.flickr.com/photos/rentier1st/
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Freitag, 15. Mai 2009

Delphinherzkaugummi und betrunkene Steinzeitmenschen

Göteborg aus dem Flugzeug. Gut zu sehen hinten fängt das Meer an und hier liegen auch die wunderschönen Schären
Hej kära vänner,
diesmal hat es etwas länger gedauert. Je länger ich hier bin desto weniger Zeit finde ich an dieser Stelle zu schreiben. Das Wetter ist meistens immer fantastisch und so muss ich mich auch jetzt zwingen in der Wohnung zu sitzen und meiner Pflicht nachzukommen. Schließlich wollt ihr wissen, wie es dem Philipp dort oben bei den Wikingern geht.
Vorne weg möchte ich euch gerne von zwei kleinen Begebenheiten erzählen, die mich sehr bestärkt haben. Im Hotel gibt es einen neuen Kollegen, der in der Nachtschicht arbeiten wird. Andy kommt aus England, lebt seit 20 Jahren in Berlin und hat davor mal als Concierge in einem Hotel in London gearbeitet. Er ist den Umgang mit dem Gast gewohnt, nur kennt er sich überhaupt nicht mit dem Computer aus. Mir wurde die Ehre zuteil ihm alles zu erklären. Ich weiß nicht ob ich das gut mache, ihm fällt es immer noch sehr schwer. Fakt ist,dass ich schon nach 2 Monaten in Göteborg jemandem auf schwedisch Fidelio erkläre. Das macht mich super stolz.Picknick am 30. April
Die andere Begebenheit war ganz kurz und ist nicht mehr als eine Anekdote. Ein Mann kam ins Hotel zu mir an den Tresen. Er fragte mich irgendetwas und ich antwortete. Daraufhin bat er mich bitte langsam mit ihm schwedisch zu sprechen, weil er noch nicht so gut versteht! Sonst bin ich immer in der anderen Position und es hat mich gefreut nun auch mal darum gebeten zu werden, langsam zu sprechen.Cortège - Fahrzeug aus einem Sofa
Das waren zwei kleine Dinge, die für mich aber Meilensteine sind. Hier merke ich ganz deutlich welche Fortschritte ich mache. Es fällt mir immer leichter zu verstehen und mich auszudrücken. Gestern hatte ich drei Wohnungsbesichtigungen, weil ich Ende Juli aus meiner jetzigen Bleibe ausziehen werde. Ich denke ich habe eine feine kleine Wohnung gefunden, in der es sich 2 Monate aushalten lässt. Sie liegt nicht weit weg vom Zentrum, sodass ich weiterhin mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren kann. Das ist für mich großer Luxus und den genieße ich so richtig.Cortège - Vierertandem
Die Besichtigungen habe ich gestern komplett auf schwedisch gemanagt, sogar die Telefonate liefen gut. Hier hatte ich bisher immer große Probleme etwas zu verstehen.
In der 19. KW (so rechnen die hier - ich muss immer in den Kalender schauen) habe ich zwei Tage auf eigenen Wunsch im Housekeeping gearbeitet. Housekeeping ist die Abteilung im Hotel, die sich darum kümmert das alles glänzt. Sowohl die Zimmer als auch die öffentlichen Bereichen. Deshalb oft eine unbeliebte Abteilung - wenn man hier arbeiten muss. Ich hatte aber den Wunsch zu schauen wie das Housekeeping im Scandic Rubinen arbeitet. Als Rezeptionist ist es das sehr wichtig, weil das Housekeeping die Abteilung ist, mit der man tagsüber am meisten zu tun hat und man sich immer wieder miteinander abstimmen muss. Weil ich auch mal in Berlin im Housekeeping arbeiten durfte, habe ich natürlich Vergleiche angestellt.Cortège - Tanz auf einem Wagen
Punkt 8 versammeln sich alle die im Housekeeping arbeiten im Personalraum zum frühstücken und zur anschließenden Morgengymnastik. Um halb 12 gibt es Mittag und um 3 Fika. Die Schweden haben die Ruhe weg und nehmen sich die Zeit sich auszuruhen. Auch wenn das Arbeitspensum der Zimmerfrauen vergleichbar ist, habe ich nie jemanden hetzen sehen. Trotzdem schaffen alle ihre Arbeit. Und wenn es doch mal knapp wird, fassen andere an und beziehen Betten. So auch ich. Im Gegensatz zu Berlin werden die Zimmer im Anschluss nicht auf Reinlichkeit kontrolliert, sondern das liegt in der Verantwortung der Zimmerfrauen. Auch sie stellen das Zimmer selber von dirty auf clean. Nur manchmal werden Stichproben gemacht. Beschwert sich jedoch ein Gast an der Rezeption darüber, dass Staub auf der Fensterbank liegt, so fällt das natürlich auf die Zimmerfrau zurück. Ich bin während der zwei Tage jeweils mit einer der Hausdamen unterwegs gewesen. Unterwegs ist auch das richtige Wort für die Kilometer die man im Hotel zurücklegt. Neben vielen gelaufenen Kilometern habe ich auch viel Zeit im Fahrstuhl und davor beim Warten auf den Fahrstuhl verbracht. Weil die Hausdamen ungefähr in meinem Alter sind, habe ich mich die ganze Zeit fein unterhalten - auf schwedisch!
Das ist mal ein Einblick in die Arbeit gewesen, aber es gibt auch noch so viel anderes zu erzählen. Vor ungefähr einem Monat habe ich einen IELTS-Test gemacht. Ein anerkannter Englischtest, der das eigene Englischlevel certifizieren soll. Der Test selber war super schwer. Drei Stunden lang habe ich geschwitzt, aber letztendlich bin ich wirklich zufrieden. Zwischen good und expert. Das sollte reichen.das Feuer am 30. April
Eine Kollegin hat den richtigen Ausruck dafür gefunden um das Wochenende zu beschreiben, das ich zwischendurch in Berlin verbracht habe: "intensiv". Schön und anstrengend. Es war schön festzustellen, dass sich schnell eine Sehnsucht nach Schweden eingestellt hat. Ich denke, dass ich bis zum Ende nicht mehr nach Berlin kommen werde. Ich habe jetzt im Augenblick mein Leben hier. 100%ig mit allem was dazu gehört.

Gerade im Augenblick falle ich von einer Gemühtslage in die andere. Letzte Woche ist Dennis wieder nach Deutschland zurückgekehrt. Obwohl er nur 1 Monat in Göteborg war, sind wir schnell gute Freunde geworden. Ich denke wir haben ihm noch einen schönen letzten Tag bereitet, indem wir im Universeum waren, abends mexikanisch gegessen haben und Abschiedslieder in einer Karaokebar gesungen haben. Jetzt ist er weg. Dafür sind andere Freunde hinzugekommen. Ich wünsche mir jedoch ab und zu mal einen Kerl hier, mit dem man reden kann. Manchmal ist man nämlich ein Idiot ist und dann läuft alles gegen die Wand.
Aber die meiste Zeit bin ich gut gelaunt, weil es einfach viel Spaß macht in Göteborg zu sein und weil ich hier so fantastische Menschen kennenlernen darf.im Universeum
Besonders großen Spaß hatten wir alle am 30. April. Weil am nächsten Tag Feiertag war, befand sich ganz Göteborg in Feierstimmung. Es gab einen Umzug von Chalmers - der größten Universität hier in Göteborg. Ähnlich wie ein Karnevalsumzug fuhren ca. 60 Wagen durch die Innenstadt. Alle hatten einen aktuellen Bezug. Wir haben nicht alles verstanden, aber alles war so lustig und es gab es soviel zu sehen. Anschließend sind wir aufgebrochen uns das Feuer im Slottskogen anzusehen. Wir waren etwas spät und haben nur noch die Reste brennen sehen. Aber es gab so viele Menschen im Slottskogen. Ein Park, der ungefähr vergleichbar ist mit dem Tierpark oder dem Kölner Stadtwald (-;! Es spielte eine Band und alle Menschen saßen, grillten und tranken Bier. Wir sind dann noch weiter in eine Bar und wollten in einen Club, sind dann aber in ein Cafe (Cafe Tintin). Insgesamt sind wir sehr viel gelaufen und inzwischen habe ich auch einen aufgeweckten Menschen getroffen, der mit mir Leidenschaft des prominieren teilt. (-;Ich - ganz stolz in einem schwedischen Polizeiauto
Im Sommer werde ich, wenn alles klappt wieder mal als Volunteer arbeiten. (Meine Chefin weiß noch nichts davon!) Chrissi, die in Göteborg als Au-Pair arbeitet und mit der ich in letzter Zeit viel unternommen habe, hat mich darauf gebracht. An der Westküste Schwedens findet die U21 Fußballeuropameisterschaft statt. Und ich kann Teil dessen werden. Letzte Woche bin ich spontan zu einem Gruppeninterview gegangen. Es war auf schwedisch und ich habe alles verstanden. Ich weiß noch nicht wann und wo ich eingesetzt werde, aber ich bin wohl mit dabei. Nächsten Montag gibt es eine Führung durch das Gamla Ullevi, das ortsansäßige Stadion. Das wird bestimmt super.
Zum Schluss zur Auflösung der Überschrift. Gestern war ich im Stadtmuseum mit Meike. Hauptsächlich ging es um die Stadtgeschichte Göteborgs. Es gab aber auch einen Teil über die frühe Besiedelung Schwedens und die Wikinger. Wir haben festgestellt, dass das emanzipierte und kultivierte Schweden seine Wurzeln in der Wikingerzeit hat. Ja, die Wikinger waren nicht nur Typen mit Bärten die alkoholhaltige Flüssigkeiten aus Hörnern tranken und zur See fuhren. Die Wikinger hatten eigene Münzen und erste demokratische Formen in ihrer Stadtverwaltung und darüberhinaus hatten Frauen schon richtig viele Rechte. Trotz dieser überraschenden Neuigkeiten, zumindest für mich, war es nicht das spannendste Museum. Aber zu zweit hatten wie trotzdem viel Spaß. Und das Delphinherzkaugummi und der betrunkenen Steinzeitmensch beruhen auf einer Fehlübersetzung meinerseits vom Schwedischen ins Deutsche. Das Delphinkerzkaugummi ist in Wahrheit ein Kaugummi aus Harz, das wohl mal ein Steizeitmensch gekaut haben soll und der betrunkene Steinzeitmensch ist eigentlich ertrunken.
Har det bra

P.S. Letzte Woche war Fares Fares in unserem Hotel. Er hat in meinem schwedischen Lieblingsfilm "Kopps" mitgespielt. Und der stumme mit dem Afro ist auf einem Fahrrad an mir vorbeigefahren. Naja, die meisten kennen den Film eh nicht. Müsst ihr euch mal anschauen - zu lustig.