Dienstag, 16. Juni 2009

... vor dem Spiel ist nach den Spiel ...

Hej kära vänner,
am Sonntag bin ich umgezogen und jetzt sitze ich in meiner "Etta" (Einraumwohnung). Immer noch eine etwas fremde Umgebung. Bei mir dauert das ungefähr eine Woche, bis ich mich an eine neue Wohnung gewöhnt habe. Aber es ist wirklich eine nette Wohnung, deshalb wird mir das nicht schwer fallen. Sie liegt nicht weit weg vom Zentrum. Mit dem Fahrrad zum Hotel brauche ich 5 Minuten und vom Hotel zur Wohnung 10 Minuten, weil ich dann den Berg hochfahren muss.
Am Samstag haben ich und Anegret den ganzen Tag Sachen gepackt und die alte Wohnung geputzt. Hier gibt es so viele Staubfänger, deshalb war er so mühsam. Heute Abend legen wir die letzte Hand an, damit die Vermieter in eine saubere Wohnung zurückkehren können - wie sich das gehört. Wer diese Wohnung besucht hat, weiß das es super viele Möbel gibt. Wir haben aber noch mehr Möbel aus dem Keller geholt, die Anegret, in weiser Voraussicht, vor ihrem Einzug entfernt hatte. Die Wohnung erscheint mir nun wie ein Museum, mit all den ulkigen Möbeln und den grausamen Bildern, die wir unter Anegrets Bett hervorgezogen haben. Aber das ist Vergangenheit, denn jetzt sitze ich in einer modernen Wohnung mit charmanten Möbeln.
Obwohl mein Umzug nur eine halbe Stunde gedauert hat, bin ich froh das es nun fast fertig ist. Ich hätte nicht gedacht, dass es so anstrengend sein könnte, diese Wohnung sauber zu machen. Zum Glück habe ich meine Batterien die Woche zuvor gut aufgeladen.In der Älv von Göteborg liegt die Älvsobrgfästning, die die Göteborger errichteten, um sich gegen feindlich gesinnte Länder zu verteigen. Das war vorallem Dänemark, denen es zweimal gelang die Festung einzunehmen. Glücklicherweise hatte Schweden jedesmal genug Geld, sich die Festung zurückzukaufen, sonst wäre ich heute nicht in Schweden, sondern in Dänemark und das wollen wir alle nicht. In den letzten Jahren des 19. Jh. wurde die Festung als Gefängnis genutzt. Als Insel mitten in der Göteborger Bucht, vergleichbar mit Alcatraz. Ich und die Meike haben die Überfahrt gewagt und haben einen schönen sonnigen aber windigen Vormittag auf der Älvsborfästning genossen. Wir zwei und schätzungsweise 15 Schulklassen. Gleich zu Beginn gab es eine kleine Führung durch die Festung. Schauspieler verkleidet als schwedische Königin und als General haben uns in einem Theaterstück die Festung gezeigt. Sehr lustig, denn wer kann schon von sich behaupten einmal der schwedischen Königin vom Fußboden aufgeholfen zu haben!? Mit hausgemachten und Felix-Kanelbullar ein herrlicher Ausflug.
Am Wochende bekam ich wie angekünidgt Besuch vom Matze aus Ostfriesland. (-; Obwohl wir es nicht zu den Schären geschafft haben hatten wir ein ausgefülltes Wochenende ohne das es zu anstrengend war - wenn man von den Gewaltmärschen absieht.Am Freitag hatten wir schon das obligatorische Pflichtprogramm abgehakt: mit Elchen, Slottsskogen und Haga. Außerdem Blåbärsoppa und nicht zu knapp Kanelbullar. Am Samstag haben wir dann Sachen gemacht, die auch ich noch nicht kannte. Nach einer "kleinen Promenade" haben wir uns in ein Paddan getraut. Ein niedriges Boot mit dem man durch die Kanäle und den Hafen von Göteborg fahren kann. Niedrig deshalb, weil einige Brücken so niedrig sind, dass sich die Passagiere auf den Boden knien müssen. Sehr lustig und total empfehlenswert. Außerdem nicht zu vergessen unsere dreiköpfige Unterstüzung aus dem Schwabenland, die uns tatkräftig zur Seite stand.Anschließend waren wir, nach kleineren Umwegen in Slottsskogen, um den Open-Air Konzert der Philamonie zu lauschen. Just, kommt die Sonne raus und die ganze Wiese ist gefüllt mit Menschen in bester Stimmung, denn es ist schwedischer Nationalfeiertag. Dieser wurde übrigens zu Ungunsten von Pfingsten vor ungefähr 5 Jahren in Schweden eingerichtet wurde. Für die Schweden bedeutet dieser Tag nicht so viel. Der größte Feiertag in Schweden ist immernoch Mittsommer bzw. der Mittsommerafton (der Abend davor), der in der nächsten Woche ansteht. (Ich habe noch keinen Plan was ich machen werde!!!)
Zurück zur Wiese: Neben klassischen Stücken wurden auch drei schwedische Sommerlieder gesungen. Ein unglaubliches Erlebnis, wenn eine ganze Wiese singt. U.a. mir und Britta ein wohlbekanntes Lied, das eine gewisse nicht-älter-werdende Ida aus Löneberga jeden Sommer singt, wenn die Blumen blühen. Der Veranstalter verkündete sogar stolz, das er von eben dieser Ida eine SMS bekam, mit den besten Grüßen an die Zuschauer!Nach einer kurzen Rast war es Zeit auf die Fanmeile zu eilen, das Fuballspiel Schweden - Dänemark anzuschauen. Leider haben "wir" 1-0 durch ein Quasi-Eigentor verloren. Aber dazu nicht so viel mehr, weil Fußball kommt noch genug.Am Abend ins Nefertiti, das MIR wirklich Spaß gemacht hat. Durch visuelle Schwierigkeiten ist es uns sogar gelungen, Meike in diesem "zum Bersten gefüllten" Club zu übersehen. Anschließend waren wir noch irgendwo in Australien, aber darüber will ich nicht so viele Worte verlieren. (-;
Sonntag waren wir zuerst im Gottesdienst (die Übersetzung hat schon wieder nicht funktioniert). Dafür gab es ein nettes Sommerfest mit kleinen Regentropfen. Und weil es so schön war, sind wir am Nachmittag noch ins Stadtmuseum mit Juliane und einer Freundin. Anschließend eine kleine wehmütige Abschiedsfika. In meiner Wahrnehmung haben wir am Wochenende den perfekten Mix aus Sightseeing und anderen Sachen erreicht, sodass ich das Wochenende als sehr rund empfand. Es war wirklich schön, dass du mich bescuht hast, Matze!In der letzten Woche haben die Segelboote vom Volvo Ocean Race in Marstrand Halt gemacht. 50 min mit dem Bus von Göteborg entfernt, sind wir am Donnerstag Nachmittag dorthin aufgebrochen. Mit dabei, Steffen, Alex und Chrissi (wieder mal eine Schwäbin - scheint hier so ne Art Exil zu sein). Was mir vorher nicht bewusst war, dass die Manschaften seit Oktober letzten Jahres untwegs sind um, die ganze Welt zu umsegeln. Weihnachten haben sie in Thailand verbracht. Weil die Boote aber nur doof rumlagen und sich nur in den Wellen bewegten, haben wir uns aufgemacht den Dschungel von Marstrand zu durchqueren. An der Meerseite angekommen machten wir es uns auf den großen Steinen bequem, die hier überall in Schweden rumliegen. Marstrand ist wirklich einer der schönsten Flecken, die ich je gesehen habe.
Ich will noch von den zwei Festen berichten, die am letzten Wochenende stattfanden. Zum Einen eine kleine Abschiedsfeier von der Wohnung von mir und Anegret. Wir hatten mehr Gäste als erwartet und es war wirklich spaßig. Am Samstag hat die Gabi ihren Geburtstag gefeiert mit fantastischen Pizzabrötchen und außergewöhnlichen Drinks. Obwohl so müde sind ich und Meike früh morgens, kurz vor Sonnenaufgang, auf die Skansenkronan gestiegen, um wieder einmal das atemberaubende Göteborg zu bewundern.

Aus dem Hotel habe ich heute nichts zu berichten, weil einfach andere Sachen, meine Aufmerksamkeit einnehmen. Aber ich kann sagen, dass sich die Routine sich einstellt. Das ist einerseits schade, andererseits merke ich aber auch, dass ich mich eingefunden habe und das gibt mir persönliche Sicherheit.
Danke für die Aufmerksamkeit.
Habe mich gerade entschlossen einen weiteren Post anzulegen (aber wohl erst morgen) für die wirklich wichtigen Dinge im Leben - Fußball!
Har det bra
Philipp